in Förderung, Hyundai Ioniq

Weil die Frage „Wie geht das, wenn man ein Auto aus Deutschland importieren will“ immer wieder auftaucht, will ich Euch hier kurz meine Vorgehensweise schildern.

Vorab: ich bin Unternehmer und möchte das Auto über ein Leasing-Modell finanzieren. Ich hätte das Auto auch gerne über ein Operating-Leasing bei Hyundai Österreich gekauft (eigentlich gemietet), aber es war vor Juli 2017 in ganz Österreich kein einziges Auto mit Lederausstattung (die hat mir im Auto bei der Probefahrt so extrem gut gefallen) aufzutreiben. Somit habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht.
Ich weiß auch, dass die österreichischen Hyundai-Händler keine Freude mit uns „in Deutschland beim Sangl”-Käufern haben.
Ich finde es aber unerträglich, dass man seitens der Geschäftsführung Hyundai Österreichs (oder des Importeurs – ist das Denzel?) meint, die Elektroautokunden „abzocken“ zu können, weil die einem ja später aufgrund der wegbrechenden Folgeerträge nicht mehr viel Umsatz bringen werden.
Das ist aber nunmal der Lauf der Dinge und auch viel andere Branchen haben sich schon an die Gegebenheiten der modernen Welt anpassen müssen. Jetzt ist halt die Autobranche „dran“.
Mit „Gegebenheiten“ meine ich die Tatsache, dass in 5 Jahren „kein Hund“ mehr einen Verbrenner haben will. Das ist so, meiner Meinung nach zumindest.
Manche Händler machen sich diese Tatsache eben zunutze (wie Herr Sangl in Landsberg, westlich von München) und manche glauben halt noch nicht so wirklich, dass sich diese komischen Elektroautos wirklich durchsetzen werden.
Naja, jeder wie er meint. Herr Sangl hat jedenfalls in den 20 Jännertagen im 2017er Jahr bisher schon 28(!) Elektroautos verkauft und nur 10 Benziner!
Warum ist das so? Weil Herr Sangl selber ein begeisterter E-Autofahrer ist und seinen Enthusiasmus gerne an seine Kunden weitergibt.
Außerdem hat er mit dem Hyundai Ioniq Elektro natürlich jetzt auch ein sehr gutes Elektroauto in seinem Portfolio.

Und genau das will ich mir jetzt bei ihm über eine Leasingfinanzierung bei ihm kaufen. Wie geht das?

Leasing

Ein Angebot von meiner Bank (Volksbank > EasyLeasing) habe ich schon (bei Interesse PN):
Kaufpreis beim Sangl: 28.529,42 netto
Das kauft die Leasing-Abteilung der Bank (also die Easy Leasing) netto an und verrechnet mir folgendes weiter:

Anzahlung: € 1.500 netto zzgl. Mwst.
48 Monate: € 291,49 zzgl. Mwst
Restwert: € 15.300 zzgl. Mwst.

Ich kann mir nach 4 Jahren aussuchen, ob ich das Auto zum Restwert rauskaufen will, oder ob ich das Auto der Bank zurückgebe.

Zzgl. Mwst heißt, dass ich die Beträge mit Mehrwertsteuer zahlen muss und ich die Mwst. dann 2 Monate später (mit der normalen Buchhaltung) wieder zurückerhalte.
Ursprünglich wollte ich unbedingt ein sogenanntes Operating Leasing (wie es die Unicredit direkt mit Hyundai Österreich anbietet). Die Unicredit bietet das aber nicht an, wenn man das Auto im Deutschland kauft. Also habe ich einfach meine Bank und meine Versicherung gefragt, die wollen ja auch Geld verdienen.

Ein Freund hat mich darauf hingewiesen, dass es noch 2 Unklarheiten bei dem Angebot gibt:
[list]
[*]Die monatl. Rate könnte variabel sein laut Angebotstext
[*]Und der Restwert könnte sich ändern, weil auch keine maximale Kilometerleistung angegeben wurde.
D.h. die Differenz müsste ich eventl. begleichen, wenn ich das Auto zurückgeben will, ich aber viel mehr gefahren bin als die Bank für die Restwertberechnung angenommen hat.[/list]
Diese beiden Punkte werde ich noch abklären. Ich hätte ja auch kein Problem mit einer fixen km-Leistung.
Ich glaube auch nicht, dass mich die Bank linken will, der Banker ist ein Ex-Schulkollege, mit dem ich mich sehr gut verstehe. War vermutlich nur ein Hüftschuss, weil es schnell gehen sollte. Ich lasse mir das aber noch bestätigen.

Wenn ich das Auto nach 4 Jahren kaufen würde, käme ich auf eine Gesambelastung von ca. € 31.000. Für mich wäre das prinzipiell OK, vor allem weil ich die Flexibilität habe, erst in 4 Jahren entscheiden zu müssen, ob ich mir das Auto behalten will (für meinen dann 17-jährigen Sohn) oder ob ich es zurückgebe, weil er mir in 4 Jahren nicht mehr passt.

Kredit vorab wäre vermutlich noch etwas billiger, die Flexibilität fehlt mir dann aber. Sicher: verkaufen kann ich ihn immer noch jederzeit, allerdings ist die finanzielle Belastung pro Monat dann doch um einiges höher.
Insofern ist das Leasing für mich optimal.

Ich kriege am Montag noch ein Angebot meines Versicherers und werde mal vergleichen.
Vielleicht mache ich dann noch eine Runde > Banker > Versicherer, muss ich mir aber erst anschauen.

Ihr seid natürlich nicht verpflichtet zur Volksbank zu gehen (ist halt meine Hausbank). Wenn sie Geld verdienen wollen, wird das jede beliebige Bank in Österreich machen. Versicherungen ebenso, das ist in meinem Fall die Wr. Städtische.

Förderung

Wie schaut’s mit der Förderung aus?

Der Importeursanteil heißt deswegen Importeursanteil, weil die Förderstelle davon ausgegangen ist, dass sie nur in Österreich gekaufte Autos fördern werden.
Es wurde mir aber seitens der umweltfoerderung.at mehrfach telefonisch bestätigt, dass es reicht, wenn der deutsche Händler (das ist ja nicht der Importeur) auf der Rechnung die 1.500 Euro netto als E-Mobilitätsbonus anführt.
Das ist beim Sangl ja kein Problem, weil sein Rabatt genau wesentlich höher ist und er den Rabatt dann eben aufteilt und den Text so formuliert, wie man ihn braucht.
Wenn ihr jetzt bestellt (und in 3-4 Monaten) kauft, hat er den Text sicher schon ein paar Mal auf der Rechnung verwendet, da könnt ihr sicher sein 🙂

Der zweite Teil der Förderung ist die Bundesförderung.
Die gibt’s nur, wenn ich der Bank/Versicherung die € 1.500 (zzgl. Mwst.) vorab zahle (das kann “Mietvorauszahlung” oder “Anzahlung” heißen, ist glaube ich egal.
Das ist notwendig, weil der Bund keine Förderung für etwas zahlt, das mich anfangs nix kostet.
Sprich: sie geben mir die 1.500 Euro nicht für ein Auto das “nix” kostet. Daher die (zumindest) 1.500 Euro Anzahlung, kann vermutlich auch mehr sein, wenn jemand niedrigere Monatsraten will. Einfach mit der Bank/Versicherung ein Modell ausarbeiten. So hab ich das zumindest verstanden. Das habe ich ebenfalls 2x mit der umweltfoerderung.at besprochen und sollte so funktionieren.
Für Private sollte es prinzipiell auch möglioch sein ein solches Leasing-Paket abzuschließen, hier sollte die Mietvorauszahlung aber zuminmdest 2.500 Euro sein, weil es für Private ja 2.500 Euro vom Bund gibt!

Wenn das durch ist, sollte auch in manchen Bundesländern noch eine Landesförderung möglich sein.
In NÖ ist das 1.000 Euro netto, da hat mir die umweltfoerderung.at aber noch nicht bestätigen wollen, dass das danach auch noch möglich ist. Da muss ich mal am Land anrufen. Normalerweise ist aber die einzige Voraussetzung für die Landesförderung die, dass es eine Bundesförderung gegeben hat. Mag aber heuer anders sein, da hab ich noch nicht recherchiert.

Sei’s wie’s sei. Ich will das Auto unbedingt.
Und selbst wenn ich um die komplette Förderung fallen sollte, fahre ich mit einem Kauf in Deutschland immer noch um ca. viel günstiger und kriege das Auto viel früher, als hätte ich es mir in Ö komplett durchkonfiguriert (Juli 2017).
In D gibt das Premiummodell nur mit einem einzigen Extra, das ist das Schiebedach. Bzw. die Farben natürlich auch, wenn man keinen weissen will.
Herr Sangl hat einen ganzen Pool an Autos (in fast allen Farben), zu 80% das Premium-Modell, die alle schon längst bestellt wurden und zum Teil schon produziert wurden.
Meiner (Premium, schwarz, mit Schiebedach) ist schon am 12.12.2016 produziert worden und wird am 31.01.2017 verschifft. Kommt nach 6 Wochen in Bremerhaven an und kommt spätestens 2 Wochen später, Anfang April, beim Händler an.

Die Abwicklung beim Sangl läuft dann so:
Er schickt die COC-Dokumente (ohne Anzahlung!) an mich bzw. meine Versicherung, ich mache diese NOVA-Geschichte (die ungefähr € 100-200 kostet) und kann danach das Auto schon in Österreich anmelden. Mit den Taferln fahre ich dann zum Sangl und hole mir das Auto ab. Komplett problemlos und ohne Vorauszahlungen.
Wie heißt diese Bestätigung eigentlich, die ich bzgl. NOVA brauche und wo kriege ich die in NÖ am günstigsten?
Weiß das jemand von Euch?

Vergleich Ö zu D, anhand meines Beispiels (Premium, Topausstattung, schwarz mit Schiebedach) für Private:
Ö: Listenpreis: 40.940
Ö: Endkundenpreis: 39.140 (-1.800 Händleranteil)
D: Listenpreis: 39.150
D: Sangl Endkundenpreis: 33.950,01

Differenz 5.190 inkl. Mwst. bei schon abgezogener Förderung in beiden Fällen.

Vergleich Ö zu D, anhand meines Beispiels (Premium, Topausstattung, schwarz mit Schiebedach) für Unternehmen:
Ö: Listenpreis: 34.116,67
Ö: Endkundenpreis: 32.616,67 (-1.500 Händleranteil)
D: Listenpreis: 32.899,16
D: Sangl Endkundenpreis: 28.529,42

Differenz 4087,25 exkl. Mwst. bei schon abgezogener Förderung in beiden Fällen.

Korrigiert mich, wenn ich mich verrechnet habe 🙂
Wie gesagt: selbst wenn ich um die Bundesförderung (1.500 netto) und die Landesförderung (1.000 netto) umfalle, kaufe ich trotzdem in Deutschland um ein Hauseck günstiger. Denke aber, dass die Förderung kein Problem sein wird.

Disclaimer

Ich kann nicht für meine hier aufgestellten Informationen, Preise, Förderungen usw. garantieren, der ganze Artikel ist meine persönliche Einschätzung!
Ich übernehme auch keine Verantwortung für irgendwelche wie immer gearteten Probleme beim Import eines Fahrzeuges aus Deutschland. Ich kann wie gesagt auch nicht garantieren, dass es mit der Förderung klappt, weil das ja noch niemand komplett durchgespielt hat. Auch Anschlussförderungen in den diversen Bundesländern kann ich nicht garantieren oder ob es statt der Bundesförderung die teilweise sehr hohen Landesförderungen (in der STMK: 5.000 Euro) geben kann.
Das ist Euer eigenes Risiko!

Ausführliche Informationen zum Eigenimport von Neufahrzeugen aus der EU findet Ihr beim ÖAMTC.

Forum

Aja, bevor ich es vergesse: im Going-Electric-Forum wird der Import des Hyundai Ioniq Electric nach Österreich in allen Facetten für diverse Bundesländer diskutiert. Da erfahrt ihr noch mehr über die diversen Möglichkeiten und Formalitäten.

Viel Glück!