Auf dieser Seite will ich Euch meine Photovoltaikanlage (kurz: PV-Anlage) vorstellen.

Warum eine Photovoltaikanlage bauen?

Ich sehe die Photovoltaikanlage nicht nur als Stromerzeuger und Geldsparer, sondern auch als einen kleinen Teil meiner Altersvorsorge. Die PV-Anlage wurde Mitte März 2016 installiert und wird mindestens 25 Jahre lange laufen.

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Es gibt schon Erfahrungswerte, dass PV-Anlagen auch 30 Jahre und länger halten werden. Eine der ältesten, großen PV-Anlagen in Österreich steht seit 1988 im Ausseerland am Südhang des Losers. D.h. diese Photovoltaikanlage ist mittlerweile seit 28 Jahren am Netz und hat gerade einmal 10% ihrer Leistungsfähigkeit verloren. Üblicherweise nennen PV-Modulhersteller eine garantierte Leistungsfähigkeit von 80% nach 25 Jahren. In meinem Fall habe ich für meine Anlage nicht nur wegen des Platzmangels ein sehr hochwertiges Produkt (BenQ Sunforte – genaue technische Daten findet ihr in diesem PDF), gewählt. Das Modul hat nicht nur den Vorteil, dass es mit 1,05 x 1,56 Meter etwas kleiner ist als die durchschnittlichen Module am Markt, sondern ist mit einer Spitzenleistung von 333 Wattpeak (Wp) auch eines der effektivsten Module (also höchste Leistung/Fläche). Für mich war klar, dass mir – wenn ich ich schon eine Photovoltaikanlage errichte – nur ein sehr hochwertiges Modul aufs Dach kommt. Darin ist auch die zu erwartende Degradation nach 25 Jahren von 87% angeführt, das Modul wird also auch 2041 noch mindestens 290 Wp Spitzenleistung im Durchschnitt liefern. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass ich in meinem (aktiven) Leben dieses Photovoltaik-Modul nicht mehr wechseln werde. Mag sein, dass mir in 30 Jahren Module mit 1000 Watt oder mehr „nachgeworfen“ werden und ich schwach werde, aber aus heutiger Sicht, werden mir die Module meine Pension auch noch mit günstigem, grünen Strom versüssen.

Neben den langzeitigen Ersparnissen, die eine Photovoltaikanlage erwirtschaften kann, ist es aber vor allem auch ein extrem gutes Gefühl, seinen eigenen Strom nur mit Hilfe der Sonne produzieren zu können. Meine Anlage ist mit 25 Modulen bestückt und hat somit eine Spitzenleistung von 8,325 kWp (Kilowattpeak, Peak=Spitze, engl.).

Simple Rechnung: 25 x 333 Wp = 8.325 kWp

D.h. im besten Fall produziert meine Photovoltaikanlage zu Mittag eine Spitzenleistung von 8.325 Watt. Und zwar in meinem Fall nicht im Hochsommer, wo es zwar am heißesten ist, aber die Sonne nicht im idealen Winkel auf meine Anlage trifft, sondern von April bis Mai und von August bis September. Dass trotzdem im Juni und Juli die größten Erträge pro Monat stattfinden, ist einfach dem (normalerweise) trockeneren und stabileren Wetter im Sommer geschuldet. Im April/Mail, sowie August/September regnet es statistisch gesehen einfach häufiger und Bewölkung ist schlecht für den Ertrag einer PV-Anlage.

Mein Schrägdach, auf das die Anlage montiert wurde, hat ca. einen Höhenwinkel von 29°. Ungefähr im rechten Winkel trifft die Sonne dann eben nur in den Monaten April/Mai bzw. August/September auf meine Anlage. Im Sommer steht die Sonne höher, im Winter natürlich etwas drunter. Insgesamt gelten aber 28-30° Dachwinkel in Österreich als optimal. Das haben wir bei der Planung des Daches im Jahr 2008 schon berücksichtigt im Hinblick auf eine mögliche Photovoltaikanlage.

Nach Süden habe ich (siehe Google Map rechts ») etwa eine geringfügige 2°-Abweichung Richtung Osten, oder anders ausgedrückt 178° Südausrichtung des ganzen Hauses. Diese 2°-Abweichung bewirkt, dass die Anlage ca. um 12:45h (zur Sommerzeit) und um 11:45h (zur Winterzeit) die größte Leistung abrufen kann, weil zu dieser Zeit die Sonne genau im rechten Winkel (seitlich) auf die Anlage trifft. Wäre die Anlage (bzw. das ganze Haus) exakt Richtung Süden (180°) ausgerichtet, wäre der ideale Zeitpunkt natürlich genau um 13:00h bzw. 12:00h der Fall. Die 2°-Abweichung haben sich einfach aus dem gegebenen Strassenverlauf so ergeben und machen kaum einen Unterschied für PV-Erträge.

Amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, ähnlich wie die Frage: „Rentiert sich ein Elektroauto schon“? Ehrlich gesagt: ich will mir schön langsam nicht mehr die Frage stellen, ob sich irgendwas rentiert und rechnet, wenn etwas einen großen Komfortgewinn bzw. eine Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von großen Konzernen für mich darstellt.
In Kombination mit einem Stromspeicher ist es das Maximum, das ich als „kleiner Privater“ für meine Zukunft und auch für die Umwelt machen kann.
Außerdem fragt mich ja auch niemand: „Rentiert sich ein großer 4K-Fernseher überhaupt?“ oder „Wann amortisiert sich Deine Ledersitzgarnitur?“. Und in der Autowelt wird auch niemand gefragt: „Warum kaufst Du dir einen VW Golf, ein Dacia Logan hätt’s ja auch getan?!“.

Trotzdem möchte ich die Antwort auf die Frage, ob sich denn eine PV-Anlage rentiere, beantworten. Natürlich rentiert es sich! Ich habe meine Anlage mit dem tollen PV-Berechnungstool der Österreichischen Energieagentur durchgerechnet. Ergebnis vorab: sie wird sich in ca. 16 Jahren amortisiert haben!

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Nun, diese Frage kann naturgemäß nicht allgemeingültig beantwortet werden. In meinem Fall habe ich durch das gegebene Dach (8,10 x 5,40 m) die Fläche einfach optimal ausnutzen wollen. Da kam mir das etwas kompaktere BenQ Sunforte-Modul sehr entgegen, zumal es auch ein sehr, sehr effizientes Modul ist. D.h. die Leistung pro Fläche ist hier extrem hoch. Der Wirkungsgrad des Moduls liegt bei über 20%, ein Spitzenwert! Das hat meine Kosten etwas erhöht, denn ich hätte natürlich auch ein „billiges“ chinesisches Modul installieren können. Nur hätte ich damit wohl nur 24 (statt 25) Module mit einer durchschnittlichen Leistung von vielleicht 280 Watt auf mein Dach bekommen. Das hätte nur 6.720 statt 8.325 kWp ergeben, also rund ein Fünftel weniger Leistung, und das über 30 Jahre oder länger.

Außerdem wollte ich, dass meine Anlage auch gute Erträge liefert, wenn sie zum Teil beschattet ist und hier lag die etwas teurere SolarEdge-Lösung mit Leistungsoptimierern auf der Hand. Dadurch fällt nicht die gesamt Leistung der Anlage zusammen, wenn z.B. nur ein einziges Modul durch Schnee oder Schatten bedeckt ist. Das verteuert eine Anlage zwar um ca. 1.500 Euro, war mir den Mehraufwand aber allemal wert.

Abgewickelt habe ich mein ganzes Photovoltaik-Projekt mit der Firma „Solarzelle Waldviertel“, die mich vom Anfang an gut beraten hat. Sie haben mir nicht nur den ganzen Papierkram mit dem Netzbetreiber EVN und den Förderstellen (OeMAG) abgenommen, sondern waren auch sehr zuverlässig, was den angebotenen Preis und den Liefertermin betrifft. Kann ich nur wärmstens weiterempfehlen!

Eine genaue Aufstellung der PV-Kosten habe ich auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

Es gibt derzeit schon Anlagen am Markt, die effektiv weit unter 10.000€ kosten, die meisten Haushalte sollten mit einer 5 kWp-Anlage auskommen.

Montage der PV-Anlage

Hier gibt’s ein Zeitraffer-Video von der gesamten Montage der Anlage.

Montiert wurde mir die Anlage von der Partnerfirma Erwin Hohl in nicht ganz zwei Tagen. Am 18. März 2016 ca. um 15.00 lief die Anlage zum ersten Mal hoch und das Ergebnis bei herrlichem Sonnenschein war folgendes:

Mein Stromzähler lief in die verkehrte Richtung (also nach links). Das war ein extrem lässiges Gefühl, als ich zum ersten Mal meinen eigenen Strom produziert habe.

Es hat aber nicht lange gedauert und Ende März hatte ich schon meinen neuen, digitalen Überschuss-Stromzähler.

Mehr Fotos und Videos von der Montage findet ihr hier in meinem Google Album.

Statistik der Photovoltaikerträge

Vorhergesagt wurde mir für die 8,325 kWp-Anlage ein jährlicher Ertrag von ca. 9.000 kWh. Das ist auch ungefähr mein Energiebedarf pro Jahr. Der ist deswegen so hoch, weil ich mit einer Erdwärmepumpe einen großen Stromverbraucher habe. Die produziert mir (ebenfalls mit der Kraft der Sonne) um jährliche Kosten von ca. 400 Euro das Warmwasser für die Fussbodenheizung und das Warmwasser.

Die Anlage läuft wie gesagt seit 18. März 2016 und jetzt, 8 Monate später, habe ich bereits 8.000 Kilowattstunden (kWh) Sonnenstrom erzeugt. D.h. der prognostizierte Ertrag von ca. 9.000 kWh sollte sich bis Mitte März 2017 auf jeden Fall ausgehen, mit ein bisschen Wetterglück in den kalten Wintermonaten könnte ich sogar die 10.000 kWh knacken.

Wer sich für die Erträge meiner Anlage in den letzten Monaten interessiert, kann sich die aktuellen Leistungen der Anlage genauer ansehen.